NATÜRLICHER SONNENSCHUTZ & REZEPTE ZUM SELBERMACHEN

natürlicher Sonnenschutz

In den mehr als 5 Jahren, die ich in den Tropen verbracht habe, hab ich mir bald abgewöhnt, in der Sonne zu braten. Einfach zu heiß; und die lokale Bevölkerung z.B. in Asien steht ohnehin auf noble Blässe

Früher konnte ich von der Sonne auch nicht genug bekommen. Ausgehungert nach einem dunklen Winter, hab ich mich im Sommer in die Sonne geknallt wie eine Grillsardine.

Mittlerweile erscheint es mir einfach absurd, mich aus Angst vor Hautkrebs zuerst mit einer Sonnencreme mit hohem UV-Schutz einzuschmieren, um mich dann aber stundenlang in der prallen Sonne zu brutzeln.

Die Farbe ist dann eh nach 4 Wochen wieder weg. Aber Hauptsache es heißt: „Ma, bist du braun!“ – ein Zeichen, dass der Urlaub ein Erfolg war. Echt jetzt? Wohl sonst nix zu erzählen!

Ich will dir die Sonne auch auf keinen Fall vermiesen – Sonne tut der Seele gut; und wir brauchen sie auch, um Vitamin D in der Haut zu bilden.

Aber: Zu viel Sonne läßt nicht nur die Haut vorschnell altern, sondern fördert auch das Hautkrebsrisiko.

Mittags im Schatten abhängen!

Ich meide deshalb mittlerweile im Sommer die pralle Sonne über die Mittagsstunden, oder schütze mich mit Sonnenhut und leichter Kleidung.

Wenn ich mich viel im Freien aufhalte, verwende ich zusätzlich eine selbstgemachte Sonnencreme mit Pflanzenölen, die einen natürlichen Sonnenschutz haben, und außerdem einen natürlichen Mineralfilter enthalten.

Das hat sich bei mir bestens bewährt – ich hatte seit Ewigkeiten keinen Sonnenbrand mehr!

Hier meine Tipps der Reihe nach:

  1. Natürlicher Sonnenschutz mit Sonnenhut & Co
  2. Eigenschutz der Haut
  3. Physikalischer vs. chemischer UV-Schutz
  4. Lichtschutzfaktor berechnen
  5. Die besten Pflanzenöle mit natürlichem Sonnenschutzfaktor
  6. Achtung: Ätherische Öle haben KEINEN Sonnenschutzfaktor!
  7. Rezepte (Sonnencreme, Sonnenöl, After-Sun-Pflege)
  8. Fazit

natürlicher Sonnenschutz

1. SONNENHUT & CO.


  • Der beste Tipp, den ich dir geben kann, ist, dich einfach nicht in der Sonne zu braten!
  • Bleib über die Mittagsstunden von 10 – 14 Uhr im Schatten (an einem heißen Tag setze ich persönlich vor 16 Uhr keinen Fuß ungeschützt in die pralle Sonne).
  • Schütze dich mit heller, leichter und atmungsaktiver Kleidung aus Baumwolle, Leinen oder Seide.
  • Trag einen Sonnenhut und eine Sonnenbrille.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

2. EIGENSCHUTZ DER HAUT


Melanin – der ultimative Sonnenschutz

Gegen schädliche Sonnenstrahlung schützt sich unser Körper, indem die Haut den Farbstoff Melanin bildet – die Haut wird braun. Das sorgt für einen natürlichen Eigenschutz.

Die Menge an Melanin, die gebildet wird, hängt sehr stark vom jeweiligen Pigmentierungstyp ab.

Typ 1: 

  • Sehr helle Haut, hellblonde oder rötliche Haare, Sommersprossen
  • Eigenschutz 5 – 10 Minuten

Typ 2:

  • Helle Haut, blonde Haare
  • Eigenschutz 10 – 20 Minuten

Typ 3:

  • Hellbraune Haut, braune Haare, keine Sommersprossen
  • Eigenschutz 20 – 30 Minuten

Typ 4:

  • Braune Haut, dunkle oder schwarze Haare
  • Eigenschutz ca. 40 Minuten

Typ 5:

  • Dunkle Haut, schwarze Haare
  • Eigenschutz ca. 60 Minuten
Natürlicher Sonnenschutz

Mit einem Pigmentierungstyp 4 habe ich zum Glück einen relativ hohen Eigenschutz.

Natürlich hängt der Eigenschutz auch davon ab, ob du noch winterblass bist, oder schon vorgebräunt.

Außerdem hängt die Gefahr, die Haut zu verbrennen, natürlich auch von der Stärke der Sonnenstrahlung ab. So ist die Sonne mittags stärker als in den Vormittags- oder Nachmittagsstunden; im Sommer stärker als im Frühjahr; im Hochgebirge stärker als in den Tälern.

Gehe im Frühjahr deshalb anfangs nur etwa 5 – 10 Minuten ungeschützt in die Sonne und steigere dann langsam die Zeit, bis du deinen maximalen Eigenschutz erreicht hast.

Wichtig dabei ist, dass sich die Haut dabei nicht rötet. Dann war es zu viel!

Betacarotin – natürliche Karottenbräune

Eine ausreichende Aufnahme des natürlichen Farbstoffes Betacarotin (auch Provitamin A genannt) gibt der Haut eine leichte Orangefärbung. Das sieht nicht nur attraktiv aus, sondern verbessert auch das Abwehrverhalten der Haut gegen Sonnenstrahlen und hilft bei Sonnenallergien. Eine solche Karottenbräune erlaubt es, zwei bis drei Mal länger in der Sonnen zu bleiben.

Der tägliche Bedarf ist mit 1 bis 4 mg gedeckt. Wer drei Wochen lang täglich 30 mg Betacarotin zu sich nimmt, bekommt eine leicht orange Hautfarbe. Das kann durch täglich fünf bis sieben Karotten (roh oder in Form eines frisch gepressten Safts) oder durch Kapseln aus der Apotheke erzielt werden.

Betacarotin ist weiters in Spinat, Grünkohl, Paprika, Süßkartoffeln und Roten Rüben, außerdem in orangefarbenen Obstsorten wie Aprikosen, Sanddorn, Nektarinen und Mango enthalten.

Für die optimale Aufnahme solltest du gleichzeitig einige Tropfen Speiseöl zu dir nehmen, da Betacarotin fettlöslich ist und so besser über den Darm aufgenommen wird.

Lycopin – Kampfstoff gegen freie Radikale

Lycopin ist ein weiteres Carotinoid und gilt als exzellenter Kampfstoff gegen freie Radikale. Es hält jung und schützt vor Krebs.

Es gibt Lycopin-Kapseln zur Nahrungsergänzung in Apotheken. Deutlich billiger ist Tomatenmark – Tomaten sind reich an Lycopin und in besonders hoher Konzentration im Mark enthalten.

Antioxidantien

Um dich vor Zellveränderungen und Krebs zu schützen, solltest du außerdem ausreichend Antioxidantien mit der Nahrung zu dir nehmen. Obst und Beeren sind besonders reich an diesen Abwehrstoffen; sie sind aber auch in Bohnen, Artischocken und Grüntee enthalten.

 

3. PHYSIKALISCHER VS. CHEMISCHER UV-SCHUTZ


Grundsätzlich unterscheidet man bei den UV-Filtern in den Produkten zwei Wirkprinzipien: Physikalische und chemische Lichtschutzfilter.

Ein physikalischer Lichtschutz beruht auf mineralischen Inhaltsstoffen wie Zinkoxid und Titandioxid, welche die UV-Strahlung reflektieren und somit deren Eindringen in tiefer liegende Hautschichten verhindern. Sonnencremes mit chemischem Lichtschutz hingegen nehmen die UV-Strahlung auf und wandeln sie in Wärme um.

Synthetischer UV-Schutz

Chemische Filter sind Substanzen, die in die Haut eindringen und dort ihre Wirkung entfalten. Sie wandeln die Strahlen in eine ungefährliche Energieform um: in Wärme. Wie das genau funktioniert, erfährst du hier (klick!).

Die Mehrheit der im Handel erhältlichen Sonnenschutzmittel enthalten leider gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe. So stehen einige Inhaltsstoffe im Verdacht, die Haut zu reizen, Allergien auszulösen, das Hormonsystem zu stören oder Krebs zu fördern.

So warnen Toxikologen vor dem Lichtschutzfilter Oxybenzon, der zu Zellschädigungen und Hautkrebs führen kann, oder auch Endometriose fördern kann. Auch Retinylpalmitat soll bei direkter Sonneneinstrahlung das Hautkrebs-Risiko erhöhen. Mehr dazu hier (klick!).

Viele in herkömmlichen Sonnencremen enthaltene Lichtschutzfilter (darunter auch Oxybenzon) verhielten sich in Tierversuchen außerdem wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. So könnten solche „endokrinen Disruptoren“ den Hormonhaushalt stören und stehen auch im Verdacht, Krebszellen schneller wachsen zu lassen. Besonders stark wirkte in Tierversuchen eines der am häufigsten verwendeten Sonnenschutzmittel: 4-Methylbenzylidene-Camphor. Mehr dazu hier (klick!).

Problematisch sind synthetische Lichtschutzfilter wie Oxybenzon und Octinoxat auch für Meeresbewohner. Sie gelangen beim Baden ins Wasser. Selbst geringe Mengen führen bei Algen, die in Symbiose mit Steinkorallen leben, zu Virusinfektionen. In der Folge bleichen die Korallen aus und sterben ab. In einigen Touristengebieten, zum Beispiel in Mexiko, sind herkömmliche Sonnencremen bereits verboten.

Physikalische (mineralische) UV-Filter

Physikalische Filter bleiben weitgehend auf der Hautoberfläche haften. Sie reflektieren und streuen das einfallende UV-Licht wie winzige Spiegel und bestehen in der Regel aus winzigen Partikeln von Metalloxiden wie etwa Titandioxid und Zinkoxid.

Diese Partikel sind weiß und hinterlassen nach dem Auftragen auf der Haut in der Regel einen „Weißschleier“, der aber lediglich für das Auge etwas unschön ist. Das ist vor allem eine Eigenschaft dieser Sonnencremen ab Schutzfaktoren von mehr als 30.

Um diesen Nebeneffekt zu umgehen, mischen Hersteller sie in Nanopartikel-Größe (<100 Nanometer) dem Sonnenschutzprodukt bei. Nanopartikel stehen jedoch im Verdacht, unsere Hautbarriere durchdringen zu können und in unserem Körper ihre möglicherweise unerwünschte Wirkung zu entfalten.

Die Verwendung von Nanopartikeln in Kosmetikprodukten muss bisher in der EU durch ein nachfolgendes „Nano“ beim entsprechenden Inhaltsstoff ausgewiesen werden (z.B. Titanium Dioxide (Nano). Außerdem ist die Verwendung von Nanopartikeln bei BDIH-zertifizierten Produkten (Naturkosmetik-Siegel) verboten.

Die Inhaltsstoffe physikalischer Sonnenschutzmittel sind grundsätzlich unbedenklich für die Umwelt und den Anwender, solange keine Inhaltsstoffe in Nanopartikel-Größe beigemischt wurden.

Physikalische Filter wirken außerdem sofort nach dem Auftragen, wohingegen eine Sonnencreme mit chemischen Filtern 30 Minuten vor dem Sonnenbaden aufgetragen werden sollten.

Mittlerweile gibt es eine größere Auswahl an natürlichen Sonnencremen zu kaufen. Achte dabei darauf, dass es ein Produkt mit Naturkosmetik-Siegel ist, in dem keine Nano-Partikel enthalten sind.

Oder du machst dir, wie ich, deine Sonnencreme einfach selber – da weißt du, was drin ist! Rezepte findest du am Ende des Artikels.

 

4. LICHTSCHUTZFAKTOR BERECHNEN


Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie stark ein Sonnenschutzmittel die Eigenschutzzeit der Haut verlängert, bis eine Rötung der Haut in der Sonne auftritt.

Beispiel:

Bei einem Sonnenschutzmittel mit LSF 20 verlängert sich der Eigenschutz theoretisch um den Faktor 20. Bei einem Hauttyp 2 (helle Haut, blonde Haare) beträgt der natürliche Eigenschutz 10 bis 20 Minuten: 10 bis 20 Minuten x 20 = 200 – 400 Minuten.

Hohe Lichtschutzfaktoren erhöhen den Schutz allerdings nicht linear. So werden bei einem LSF von 20 bereits etwa 96 Prozent aller UVB-Strahlen abgeblockt. Ein Faktor von 50 bringt mit 98 Prozent Absorption nicht wesentlich mehr Schutzleistung.

Extrem hohe Lichtschutzfaktoren können den Verbraucher in falsche Sicherheit wiegen und verführen zu unvernünftig langen Sonnenbädern!

Hier hab ich für dich diese Grafik erstellt, die zeigt, wieviel Strahlung in % pro LSF abgeblockt wird:Was bedeutet Lichtschutzfaktor - Grafik

Die maximale Schutzzeit vor der Sonnenbrandreaktion sollte nicht ausgeschöpft werden, da bereits vorher, schon nach etwa der Hälfte der Zeit, chronische Lichtschäden und Hautalterung gefördert werden.

Ein erneutes Eincremen mit diesem Lichtschutzfaktor nach der maximalen Schutzzeit verlängert den Schutz nicht. Jedoch ist das Nachcremen zwischendurch sinnvoll, da vor allem synthetische Lichtschutzsubstanzen ihre Wirkung unter Einwirkung von Sonnenstrahlen zunehmend verlieren. Denn: Schwitzen, Schwimmen und Abreibung an Kleidung, Badetüchern und Sand verringern die Konzentration der Lichtschutzfaktoren auf der Haut.

Wichtig für die Auswahl des passenden Sonnenschutzmittels sind der Pigmentierungstyp der Haut und die Strahlungsintensität, der man sich aussetzen möchte. Die Intensität der Strahlung hängt von geographischer Breite, Jahres- und Tageszeit, Witterung und Strahlenreflexion (z. B. durch Sand, Wasser, Schnee) ab.

 

5. PFLANZENÖLE MIT NATÜRLICHEM SONNENSCHUTZ


Viele Pflanzenöle haben einen natürlichen Lichtschutzfaktor. Der ist zwar nicht sehr hoch, aber mit Schutzfaktoren zwischen 2 – 4 geben auch diese immerhin einen Schutz von 50 – 75%.

Pflanzenöle mit natürlichem Sonnenschutz

Verläßliche Angaben zum genauen Lichtschutzfaktor konnte ich allerdings trotz intensiver Recherche leider nicht finden. Manche bescheinigen einigen Ölen auch LSF 7 und mehr. Ich gehe einmal davon aus, dass wir zumindest von Faktoren von etwa 2 – 4 ausgehen können.

  • Jojobaöl
  • Sesamöl
  • Sheabutter
  • Olivenöl
  • Kokosöl
  • Avocadoöl
  • Karottenmazerat/Karottenöl

Karottenmazerat (Ölauszug aus Karotten) wirkt zusätzlich zu seinen hautpflegenden Eigenschaften außerdem als leichter Selbstbräuner: Das enthaltene Beta-Carotin färbt die Haut leicht orange und gibt ihr durch dieses Pigment einen Schutz von 2 – 3.

Verlass dich aber nicht ausschließlich auf Pflanzenöle als Sonnenschutz, da das gerade für helle Hauttypen und Kinder nicht ausreichend ist!

Ich verwende diese Pflanzenöle in meinen selbstgemachten Sonnencremen deshalb immer in Kombination mit mineralischen Filtern.

6. ÄTHERISCHE ÖLE IN DEINER SONNENKOSMETIK


Wenn hier auf meinem Blog AROMA 1×1 auch eigentlich die Anwendung von ätherischen Ölen Thema ist, muss ich dich bei diesem Punkt vielleicht enttäuschen: Denn ätherische Öle bieten keinen Sonnenschutz!

Selbst wenn sie es täten, dann wäre das bei der hohen Verdünnung der ätherischen Öle im Endprodukt zu vernachlässigen. In Hautpflegeprodukten werden sie normalerweise in einer 0,5 – 1%igen Konzentration eingesetzt.

Ätherische Öle bieten keinen Sonnenschutz!

Wenn du dir deine Sonnenkosmetik selbermachst, kannst du aber hautpflegende und zellregenerierende ätherische Öle dazugeben.

ätherische Öle im selbstgemachten Sonnenschutz

Zellregenerierende ätherische Öle:

  • Immortelle
  • Jasmin
  • Kamille blau
  • Karottensamen
  • Lavendel fein
  • Manuka
  • Myrrhe
  • Palmarosa
  • Patchouli
  • Pfefferminze
  • Rose
  • Rosengeranie
  • Sandelholz
  • Teebaum
  • Vetiver
  • Weihrauch arabisch (Jemen)
  • Ylang Ylang komplett

Phototoxische ätherische Öle

Manche ätherischen Öle wie Bergamotteöl, Limettenöl, Zitronenöl und Angelikawurzelöl wirken „phototoxisch“. Das bedeutet, dass sie die Empfindlichkeit der Haut auf UV-Licht erhöhen können und so zu Rötungen bis Verbrennungen führen können. Deshalb Vorsicht vor phototoxischen ätherischen Ölen in Verbindung mit Sonnenbestrahlung!

Vorsicht vor phototoxischen ätherischen Ölen in Verbindung mit Sonnenbestrahlung!

Wie du phototoxische Reaktionen durch ätherische Öle vermeidest, erfährst du hier (klick!).

Mückenschutz mit ätherischen Ölen

In meiner selbstgemachten Sonnenkosmetik verwende ich auch gerne mückenabweisende ätherische Öle. Damit schlage ich mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Folgende ätherischen Öle haben eine sehr gute mückenabweisende Wirkung:

  • Citronella
  • Zitroneneukalyptus
  • Lemongras
  • Palmarosa
  • Rosengeranie
  •  Lavendel fein
  • Pfefferminze
  • Patchouli
  • Amyris
  • Atlaszeder

Mehr Tipps, wie du ätherische Öle als natürlichen Mückenschutz einsetzt, erfährst du hier (klick!).

Anmerkung:

Bezüglich des Karottenöls und des Karottensamenöls (was übrigens zwei verschiedene Öle sind) herrscht unter vielen Bloggern offensichtlich Verwirrung. Deshalb hier noch einmal kurz der Unterschied erklärt:

Karottenöl (Karottenmazerat oder Carotinöl) ist ein Ölauszug aus Karotten (= Mazerat). Es ist durch das enthaltene Beta-Carotin (Provitamin A) leicht orangefarben. Es färbt so auch die Haut leicht orange. Dieses Pigment bietet wie Melanin einen gewissen Sonnenschutz von maximal LSF 2 bis 3.

Karottenöl

Karottenöl = Mazerat aus Karotten

Dagegen ist Karottensamenöl ein ätherisches Öl, das aus den Karottensamen destilliert wird. Dieses ist wohl sehr hautpflegend, enthält aber keinerlei Vitamine oder Provitamine und besitzt auch keinen relevanten Sonnenschutzfaktor!

Karottensamenöl = Ätherisches Öl aus Karottensamen

Und selbst wenn es einen so hohen Sonnenschutzfaktor hätte, wie immer wieder propagiert wird, dann wäre der durch die hohe Verdünnung des ätherischen Öls im Endprodukt zu vernachlässigen.

Oder trägst du ätherische Öle etwa pur auf die Haut auf? Dann bist du auf meinem Blog gerade richtig, denn hier lernst du, deine ätherischen Öle richtig zu verdünnen und sicher anzuwenden!

Verwende ätherische Öle niemals pur auf der Haut!

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Essenzen, die aus aromatischen Pflanzen vorwiegend destilliert werden – im Gegensatz zu fetten Pflanzenölen, die aus Samen oder Früchten gepresst werden. Sie dürfen deshalb nur stark verdünnt auf der Haut angewendet werden.

Wie du ätherische Öle richtig und sicher verdünnst, erfährst du hier (klick!).

 

7. REZEPTE


Ein effektiver und natürlicher Sonnenschutz ist ein Muss für SonnenanbeterInnen! Ich zeige dir hier, wie du Sonnencreme und Co. mit natürlichen Zutaten selbermachen kannst!

In meiner selbstgemachten Sonnenkosmetik kombiniere ich Pflanzenöle mit einem natürlichen Lichtschutzfaktor mit dem mineralischen Filter SoFiTix® Breitband. Das ist ein Gemisch aus beschichtetem Titandioxid und Zinkoxid.

Hersteller dieser Mikropigmente geben als Orientierung einen Lichtschutzfaktor von 2 pro Prozent Pigmentmischung im Gesamtprodukt an; mit 10 % SoFiTix Breitband HT erreichst du mit LSF 20 bereits eine 95%ige Absorption der UV-B-Strahlung.

SONNENCREME SPF 20, 100 g


Sonnencreme selbermachen

Das brauchst du:

  • 90 g Pflanzenöle mit natürlichem Lichtschutzfaktor
    (z. B. 50 g Kokosöl, 20 g Sheabutter, 20 g Jojobaöl)
  • 8 g Bienenwachs
  • 10 g SoFiTix® Breitband (Pulver)
  • 5 Tropfen Vitamin E (optional)
  • 20 Tropfen ätherische Öle (optional)

Ich verwende in meiner Sonnencreme ätherische Öle, die gleichzeitig insektenabweisend wirken:

  • 10 Tropfen Citronella
  • 5 Tropfen Lavendel
  • 5 Tropfen Rosengeranie

So geht’s:

  1. Sheabutter im gut handwarmen Wasserbad schmelzen (max. 40°C).
  2. SoFiTix®Breitband-Pulver in einer kleinen Menge Pflanzenöl fein dispergieren.
  3. Bienenwachs im Kokosöl schmelzen (im Wasserbad) und vom Feuer nehmen.
  4. Alle Pflanzenfette/-öle und SoFiTix® in die Bienenwachs/Kokos-Schmelze geben und vermengen.
  5. Bei Bedarf noch einmal sanft erwärmen, um alles aufzuschmelzen.
  6. Vom Feuer nehmen, ätherische Öle und Vitamin E dazugeben und vermengen.
  7. In saubere Tiegel abfüllen und abkühlen lassen.

Etwa 6 Monate haltbar.

 

SONNENÖL LSF 20, 100 g


natürlicher Sonnenschutz - Sonnenöl selbermachen

Das brauchst du:

  • 95 g flüssige Pflanzenöle mit natürlichem Sonnenschutzfaktor (Jojobaöl, Sesamöl, Avocadoöl, Olivenöl)
  • 5 g Ceralan (modifiziertes Bienenwachs)
  • 10 g SoFiTix Breitband
  • 1 g (ca. 20 Tropfen) ätherische Öle (optional)
  • 1 g Vitamin E (optional)

So geht’s:

  1. Alle Zutaten abwiegen.
  2. Ceralan im Wasserbad bei ca. 60°C sanft schmelzen.
  3. Inzwischen das SoFiTix Breitband-Pulver in etwas von den flüssigen Pflanzenölen zu einem glatten Brei verrühren, bis keine Klümpchen mehr da sind.
  4. Den Pulver-Öl-Brei mit dem restlichen Pflanzenöl vermischen.
  5. Die Öl-Pulver-Mischung langsam zum Ceralan geben. Wenn das Ceralan durch das noch kühle Öl fest werden sollte, noch einmal sanft aufschmelzen.
  6. Die Wirkstoffe (ÄÖ, Vit. E) in die abgekühlte Mischung geben.
  7. In eine Lotionflasche füllen.

Vor Gebrauch schütteln.

Etwa 6 Monate haltbar.

 

AFTER-SUN-LOTION, 90 g


After-Sun-Pflege selbermachen

Das brauchst du:

Fettphase

  • 10 g Aloe Vera-Öl (Mazerat) oder Johanniskrautöl (Mazerat)
  • 3 g Lamecreme (Emulgator)
  • 1 Messerspitze Xanthan-Pulver (Gelbildner)

Wasserphase

  • 70 g Lavendelwasser (Lavendelhydrolat)
  • 7 ml Weingeist (95 Vol.-%)

Ätherische Öle und Vitamine

  • 20 Tropfen Lavendel fein
  • 20 Tropfen (1 ml) Vitamin E (optional)

Sonstiges

2 Bechergläser, digitale Waage, Wasserbad, Glasrührstäbchen, Küchenthermometer, 100 ml-Pumpspender.

So geht’s:

  1. Alle Behältnisse und Geräte desinfizieren.
  2. Alle Rohstoffe der Fettphase im Wasserbad schmelzen (ca. 60°C); dann das Xanthan darin dispergieren.
  3. In einem anderen Becherglas die Rohstoffe der Wasserphase erwärmen (ca. 60°C).
  4. Die Wasserphase unter ständigem kräftigen Mixen in die Fettphase rühren und ca. 2 Minuten kräftig mixen (z.B. mit einem Küchenmixer).
  5. Ätherische Öle und Vitamin E in die etwas abgekühlte Lotion mischen.
  6. Noch warm in einen desinfizierten Pumpspender füllen.

Etwa 1 – 2 Monate haltbar.

 

PFLEGE BEI SONNENBRAND


natürlicher Sonnenschutz - Sonnenbrand Pflege

3 Tropfen Lavendel fein mit 1 Esslöffel Joghurt, Aloe Vera-Gel oder Johanniskrautöl mischen und sanft auf den Sonnenbrand streichen.

8. FAZIT


Die Hautkrebsraten steigen seit Jahren an. Das liegt wohl weniger an potentiell krebserregenden Substanzen in Sonnenpflegeprodukten, als im zunehmend sorglosen Umgang mit der Sonne.

Früher wäre es niemandem eingefallen, sich stundenlang in der prallen Sonne aufzuhalten. Das hat sich jedoch durch das veränderte Freizeitverhalten und den neuen Schönheitsidealen in den letzen Jahrzehnten wesentlich gewandelt.

Wenn unsere Haut auch mit einem natürlichen Selbstschutz gegen Strahlung ausgestattet ist, reicht dieser einfach nicht aus, um uns stundenlang in die Sonne zu knallen – auch nicht mit Sonnencreme.

Gegen ein ausgiebiges Sonnenbad oder Aktivitäten im Freien ist nichts einzuwenden; aber am besten erst in den späten Nachmittagsstunden und natürlich mit dem richtigen Sonnenschutz!

Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Naturkosmetik-zertifizieren Sonnenschutzprodukten mit mineralischen Filtern, auf die du zurückgreifen kannst.

Oder du machst dir deinen natürlichen Sonnenschutz einfach selber – dann weißt du, was drin ist!


Diese Artikel könnten dich auch interessieren:

Phototoxische Reaktionen durch ätherische Öle vermeiden

Natürlicher Mückenschutz mit ätherischen Ölen

Aromatherapie Onlinekurs

 

Mit diesen Tipps und Rezepten wünsche ich dir einen wunderschönen Sommer und Urlaub – mit Sonne ohne Reue!

Dufte Grüsse, Margareta

Hat dir dieser Artikel gefallen? Ja? Dann gib mir einen Daumen hoch und teile ihn mit deinen FreundInnen!

Ich freue mich über deinen netten und hilfreichen Kommentar!

Leave A Response

* Denotes Required Field