ÄÖ SICHERHEIT VON A – Z | SO VERMEIDEST DU NEBENWIRKUNGEN

Ätherische Öle Nebenwirkungen

Ätherische Öle sind ein Geschenk der Natur. Als hochkonzentrierte pflanzliche Bestandteile sind diese aber hochwirksam und mit dem entsprechenden Respekt zu behandeln!

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift;
allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“

Paracelsus ( Theophrastus Bombastus Paracelsus von Hohenheim)
1493-1541, Schweizer Arzt, Alchemist, Mystiker und Philosoph

 

ätherische öle nebenwirkungen

Die gängige Einschätzung – „eh alles Natur“ und „viel hilft viel“ – führt zu bedenklichen bis gefährlichen Anwendungsempfehlungen!

Besonders in Internet-Foren und sozialen Netzwerken wie Pinterest und Co. findet man – verpackt in hübsche Bildchen – zuhauf unqualifizierte Ratschläge.

Hier findest du Vorsichtsmaßnahmen und Hinweise, um falscher Handhabung und Nebenwirkungen vorzubeugen und gleichzeitig maximalen Nutzen aus deinen wertvollen ätherischen Ölen zu ziehen.

  1. Allgemeine Sicherheitshinweise
  2. Erste Hilfe
  3. Ätherische Öle, die mit Vorsicht zu behandeln sind
  4. Sicherheit A – Z

1. ALLGEMEINE SICHERHEITSHINWEISE


  • Verwende nur 100% naturreine ÄÖ, und besonders auf der Haut nur in Bio-Qualität!
    Wie du beim Einkauf deiner ÄÖ beste Qualität erkennst erfährst du hier (klick)!
  • Nimm ÄÖ innerlich nicht ohne fachkundlichen Rat ein!
  • Verdünne ÄÖ immer in einem geeigneten Trägermedium in der richtigen Konzentration, entsprechend des Alters, des Ziels der Behandlung, etc.! Wie du die ätherische Öle richtig verdünnst, erfährst du hier (klick)!
  • Führe selbst einen einfachen Allergie-Patch-Test (Hauttest) durch; besonders bei schon bekannten Überempfindlichkeiten und Allergien! Wie du einen Patch Test durchführst erfährst du hier (klick)!
  • Bewahre ÄÖ immer ausserhalb der Reichweite von Kindern auf!
  • Verwende bei Kindern unter 2 Jahren keine Minzöle, Rosmarinöl CT Cineol, Eucalyptusöle; und kein Wintergrünöl unter 15 Jahren!
  • Wende ÄÖ nicht bei Babies, Kleinkindern, Schwangeren, Schwerkranken und Epileptikern ohne medizinischen/fachlichen Rat einzuholen!
  • Tropfe ÄÖ niemals in Augen oder Ohren!
  • Verwende Zitrusöle nur mit Vorsicht und hoher Verdünnung auf der Haut vor Sonnenbestrahlung/Solarium. Gefahr von phototoxischen Hautreaktionen!
  • Achte auf die richtige Lagerung (gut verschlossen, dunkel und kühl) und das Verfallsdatum!
  • Massiere nie auf offener Haut, offenen Wunden, Knochenbrüchen, Entzündungen, Schwellungen und Krampfadern!
  • Bevor du ätherische Öle anwendest, mach dich mit deren Wirkung, empfohlener Dosis und Nebenwirkungen vertraut (investiere in ein gutes Buch oder einen Kurs; für Ressourcen klick hier!)

2. ERSTE HILFE


Bei versehentlichem Verschlucken von ÄÖ:

  • Nicht das Erbrechen herbeiführen!
  • Den Mund gut ausspülen und ein Spital oder die Vergiftungszentrale anrufen
  • Falls die betroffene Person krampfen oder bewusstlos sein sollte, die Atemwege freihalten und in die stabile Seitenlage bringen, und den Notarzt rufen!

Zu intensives/langes Inhalieren von ÄÖ:

  • Die betroffene Person an die frische Luft bringen, Fenster öffnen.
  • Bei Atemstillstand Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen.
  • Medizinische Hilfe/ggf. Notarzt holen!

ÄÖ sind in die Augen gekommen:

  • Augen 15 Minuten mit viel Wasser ausspülen. Bei Kontaktlinsen diese nach 5 Minuten Spülen entfernen und weiterspülen.
  • Stelle sicher, dass du beim Spülen die Augenlider öffnest, damit effizient gespült wird.
  • Suche medizinische Hilfe, falls die Irritation anhält.

Hautirritation nach Hautkontakt mit ÄÖ:

  • Entferne Kleidungsstücke, die mit ÄÖ getränkt sind (bei Verschütten).
  • Wasche die Haut mit viel Wasser und parfümfreier Seife.
  • Ein lauwarmes Haferflockenbad hilft die Haut bei großflächiger Irritation/Reizung zu beruhigen.
  • Trage ein Pflanzenöl (z.B. Sonnenblumenöl) auf die Irritierte Haut auf.
  • Wenn die Irritation nicht abklingt, hole ärztlichen Rat ein.

Notrufnummern Ö, D, CH: http://www.vergiftungszentrale.de

Deutschland: Berlin 030/19240
Österreich: 01/406 43 43
Schweiz: 145

Folgende Informationen bereithalten:

  • Was ist passiert?
  • Welche Substanz?
  • Wie viel von dieser Substanz?
  • Alter und allgemeiner Gesundheitszustand der betroffenen Person?

 


3. ÄTHERISCHE ÖLE, DIE MIT VORSICHT ZU BEHANDELN SIND


Ätherische Öle mit besonders hohem Ketongehalt

Diese Öle wirken neurotoxisch und abtreibend und dürfen von Laien nicht eingesetzt werden:
Raute, Santolina, Beifuß, Thuja, Wermut, Ysop, Poleiminze, Schopflavendel

Ätherische Öle mit mittlerem Ketongehalt

Anwendung mit Vorsicht!
Salbei, Speik-Lavendel, Kampfer

Ätherische Öle mit geringem Ketongehalt

Bei umsichtiger Handhabung nur geringes Gefahrenpotential.
Schafgarbe, Rosmarin typ campher, Pfefferminze, Eukalyptus polybracta typ krypton, Eukalyptus dives typ piperiton, Atlaszeder

Relativ problemfreie Öle mit Ketongehalt

Strohblume, Rosmarin CT verbenon, Eukalyptus globulus, Vetiver

Phenolhaltige Öle

Diese Öle werden gelegentlich wegen ihrer starken antibakteriellen Wirkung eingesetzt. In hohen Dosen über einen längeren Zeitraum sind sie leberschädigend.
Bohnenkraut, Oregano, Thymian, Nelkenblattöl

Hautreizende Öle

Nelkenöle, Zimtrinde, Zimtblätter, Oregano, Thymian, Bohnenkraut

Photosensibilisierende ätherische Öle

Die Sensibilisierung der Haut tritt nur in Kombination mit UV-Licht auf.
Limette, Bergamotte, Zitrone, Mandarine, Orange, Angelika

Sensibilisierende Öle

Auf diese Öle sollten empfindliche, allergische Menschen verzichten:
Baldrian, Basilikum, Benzoe, Jasmin, Kamille, Kiefer, Lorbeer, Pfefferminze, Orange, Teebaum, Thymian, Ylang Ylang, Zitrone, Melisse, Lemongras, alle Nadelöle

Quelle (2): https://www.jean-puetz-produkte.de/news/gefaehrliche-aetherische-oele.php

 


4.  ÄÖ SICHERHEIT A – Z


Allergische Reaktionen auf ätherische Öle

Leider können ätherische Öle auch allergische und andere unangenehme Reaktionen provozieren.

Nachdem ätherische Öle häufig Hautpflegeprodukten als Duftstoffe beigemischt werden, steigt der Anzahl der Duftstoffallergien gegen ätherische Öle kontinuierlich an.
Die Kosmetikverordnung (EU) schreibt bereits seit 2005 vor, dass 26 allergene Duftstoffe, die in ätherischen Ölen oder in Parfüms vorkommen können, auf der Verpackung deklariert werden müssen – bei Produkten, die auf der Haut verbleiben („Leave On“-Produkte) ab einem Gehalt von 0,001 Prozent, und für jene, die wieder abgewaschen werden („Rinse Off“-Produkte) ab 0,01% Prozent.

Die 26 kritischen Bestandteile ätherischer Öle sind:

  • Alpha-Isomethylionone
  • Anise Alcohol = Anisalkohol
  • Amyl Cinnamal = Amylzimtaldehyd
  • Amylcinnamyl Alcohol = Amylzimtalkohol
  • Benzyl Alcohol
  • Benzyl Benzoate
  • Benzyl Cinnamate = Benzylzimtsäureester
  • Benzyl Salicylate
  • Butylphenyl Methylpropiona = Lilial
  • Cinnamyl Alcohol = Zimtalkohol
  • Citral Isoeugenol
  • Citronellol
  • Coumarin
  • Eugenol
  • Evernia Prunastri Extract = Eichenmoosextrakt
  • Evernia Furfuracea Extract = Baummoosextrakt
  • Farnesol
  • Geraniol
  • Hexyl Cinnamal = Hexylzimtaldehyd
  • Hydroxycitronellal
  • Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyd = Lyral
  • Linalool
  • Limonene = d-Limonen
  • Methyl 2-Octynoate

Allergische Reaktionen müssen dabei nicht immer direkt auf ein ätherisches Öl bestehen, sondern können auch durch synthetische Beimischungen ausgelöst werden. Ebenso können oxidative Folgeprodukte (entstehen zum Beispiel bei falscher Lagerung) oder Pestizid-Rückstände (vor allem in Zitrusölen oder im Trägeröl) reizend oder allergisierend wirken. Zudem können Reaktionen mit Chemikalien in der Kleidung oder mit Synthetikfasern nach einer Massage auftreten.

Um dieses Risiko zu minimieren, empfiehlt es sich, ätherische Öle immer von einem zuverlässigen Lieferanten zu beziehen und sie richtig zu lagern. Säuglinge und Kleinkinder sollten möglichst nicht mit ätherischen Ölen in Kontakt kommen, da ihre Haut noch sehr empfindlich und durchlässig ist.

Nicht immer jedoch handelt es sich bei unerwünschten Reaktionen um eine Allergie!

Theoretisch kann jedes ätherische Öl je nach Hauttyp und Verdünnungsgrad Reizungen, Rötungen, Jucken oder eine Hyperthermie (Erwärmung) verursachen. Der Gesetzgeber hat hier einen Grenzwert von 20% festgelegt, was bedeutet, dass unter einer Konzentration von 20% mit keiner reizenden Wirkung gerechnet werden muss.

Potenziell hautreizende ätherische Öle:

  • Cassiazimt, chinesischer Zimt (Cinnamomum cassia)
  • Zimtrinde, Zimtblätter (Cinnamomum verum)
  • Gewürznelke, Blätter und Knospe (Syzygium aromaticum)
  • Oregano (Origanum vulgare)
  • Bohnenkraut (Satureja hortensis/montana)
  • Thymian Chemotyp Thymol und Chemotyp Carvacrol (Thymus vulgaris)
  • Perubalsam (Myroxylon balsamum)

Quelle (3): http://www.allergien.com/ratgeber/allergieformen/allergien-gegen-aetherische-oele-572488/

Lies ergänzend dazu bitte auch:

„Ätherische Öle richtig und sicher verdünnen“ (klick!)

Aromalampen

Aromalampen, die mit Kerzen „betrieben“ werden, sollten nicht unbeaufsichtigt gelassen werden. Besonders in Haushalten mit herumtollenden Kindern und Haustieren ist mit diesen Modellen wegen der Brandgefahr Vorsicht geboten; hier sind elektrische „Aromadiffuser“ zu bevorzugen.

Des weitern ist bei Aromalampen mit Kerzen darauf zu achten, dass das Wasserreservoir groß genug ist, damit, wenn das Wasser verdampft, die in der Schale verbleibenden ätherischen Öle nicht „verbrennen“. Das könnte die Öle chemisch verändern, was nicht nur unangenehm verbrannt riecht, sondern auch Kopfschmerzen auslösen und die Atemwege reizen kann.

Asthma

Asthma ist eine chronische Erkrankung mit akuten Episoden, die durch Virusinfektion, körperliche Anstrengung, Stress, Reizstoffe und Allergene ausgelöst werden kann.
Duftstoffe sind ein bekannter Risikofaktor. Noch gibt es unzureichende Daten, welche ätherischen Öle genau kontraindiziert sind. Jedoch sollten ätherische Öle bei Asthma generell mit besonderer Vorsicht angewandt werden. Dies gilt besonders für die direkte Inhalation von ätherischen Ölen. Für eine Aromatherapie-Massage sollte eine Konzentration von maximal 1% verwendet werden.

Atopische Dermatitis/Neurodermitis

Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung. Ihre Ursache liegt wahrscheinlich in genetischen Faktoren, sowie auch Umweltfaktoren. Kinder und Erwachsene mit Neurodermitis haben ein etwas höheres Risiko der Hautsensibilisierung (Entwicklung einer allergischen Hautreaktion) bei Kontakt mit ätherischen Ölen bzw. von allergischen/asthmatischen Reaktionen bei Inhalation derselben (siehe oben).

Augen

Ätherische Öle dürfen niemals in die Augen getropft werden oder in die Nähe der Augen kommen!

Bäder

Wenn ätherische Öle ohne Emulgatoren ins Badewasser gemischt werden, besteht ein Risiko für Irritationen. Der Grund dafür ist, dass sich ätherische Öle nicht mit Wasser mischen und im Badewasser oben auf schwimmen, und sich so an die Haut anhaften können.

Deshalb müssen ätherische Öle immer zuerst mit einem Emulgator vermischt werden, damit sich das ätherische Öl mit dem Badewasser verbindet. Natürliche Emulgatoren sind zum Beispiel Sahne oder Vollfettmilch. Ein anderer geeigneter Emulgator ist beispielsweise Laureth-4 (Mulsifan®).

Bluthochdruck

Ätherische Öle, die oft in Verbindung mit Erhöhung des Blutdrucks genannt werden, sind Ysop, Thymian, Rosmarin und Salbei. Jedoch gibt es dafür keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege!

Blutverdünnung, Antikoagulation

Einige ätherische Öle können die Blutverdünnung beeinflussen. Dies ist im Allgemeinen aber nur bei oraler Einnahme relevant, welche ich aber auf meinem Blog und in meinen Kursen nicht propagiere.

Brustkrebs

Siehe Östrogenartige Wirkung

Chemotherapie und Radiotherapie

Wegen möglicher unvorhersehbarer Effekte auf das Immunsystem sollte die Anwendung von ätherischen Ölen eine Wochen vor bis einen Monat nach einer Chemo- bzw. Radiotherapie vermieden werden.

Endometriose

Siehe Östrogenartige Wirkung

Epilepsie

Einige ätherische Öle können neurotoxisch (schädigend auf das Nervensystem) wirken. Das trifft jedoch vor allem auf die orale Einnahme und nur bis zu einem gewissen Grad auf die dermale Anwendung (auf der Haut) zu. Zu diesen ätherischen Ölen zählen Ysop, Salbei, Flohminze, Rosmarin CT Campher und CT Verbenon, Thuja, Wermut, Beifuß, Spikelavendel, Schafgarbe, Wintergrün, Birke.
Epileptiker, die nicht medikamentös eingestellt sind und Personen, bei denen nicht bekannt ist, ob sie anfällig sind (z.B Kinder) sollten diese Öle generell vermeiden.

G6PD-Mangel

Personen mit einem G6PD-Mangel sollten folgende ätherische Öle meiden: Pfefferminze (Mentha piperita), Ackerminze (Mentha arvenis)

Inhalation

Einige Tropfen ätherischen Öls in einer Aromalampe, einem Diffuser oder bei Dampfinhalation sind so gut wie risikofrei.
Jedoch könnte die anhaltende Inhalation (mehr als 30 Minuten) konzentrierter Dämpfe von ätherischen Ölen (z. B. Dampfinhalation, oder direkt vom ÄÖ-Fläschen) zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Lethargie führen. In bestimmten Fälle können sogar ernste Symptome wie Verwirrtheit und Doppeltsehen auftreten.
Direkte Inhalation sollte bei Kindern bis 5 Jahren vermieden werden. Direkte Inhalation umfasst das Inhalieren von ätherischen Ölen aus den Handflächen, einem Wattebäuschen, einem Stift-Inhalator, aus einer Schüssel mit heißem Wasser oder ähnliches.
Indirekte Inhalation ist für kleine Kinder jedoch unbedenklich. Dies umfasst jede Methode, die ätherische Öle in die Raumluft vernebelt bzw. verdampft (Aromalampen, Diffuser).

Orale (innerliche) Einnahme von ätherischen Ölen

Nur Ärzte und Praktiker mit einer entsprechenden Ausbildung dürfen, entsprechend ihrer Landesgesetze, ätherische Öle für die innerliche Einnahme verschreiben. Es ist nicht ratsam, ätherische Öle ohne den Rat einer geschulten Fachperson oral (innerlich) einzunehmen!

Orale Dosierung ist mit einem erhöhten Risiko von toxischen Reaktionen verbunden. Der Grund dafür ist, dass ätherische Öle durch den Darm besser aufgenommen werden als über die Haut, was zu einer höheren ÄÖ-Dosis im Blut führen kann. So können sie leicht überdosiert werden.
Innerlich eingenommen ist auch das Risiko erhöht, dass ätherische Öle mit Medikamenten oder Radiotherapie interagieren, oder dass unerwünschte Nebenwirkungen in bestimmten Umständen, wie Schwangerschaft oder Porphyrie (Stoffwechselerkrankung) auftreten.
Um Magenirritationen zu vermeiden, sollten ätherische Öle in einem geeigneten Träger verdünnt werden. Damit ätherische Öle nicht von der Magensäure verändert werden, werden dazu oft spezielle magensäure-resistente Kapseln verwendet.

Kinder

  • Verdünne ÄÖ entsprechend des Alters und der Anwendung (siehe unten)!
  • Gib deinem Kind keine unverdünnten ÄÖ ins Badewasser (Emulgator verwenden)!
  • Trage ÄÖ nie zu nahe des Gesichts deines Kindes auf!
  • Bringe niemals ÄÖ in die Augen, Nase oder Ohren deines Kindes ein!
  • Setze Kinder unter 5 Jahren nie starken ÄÖ-Dämpfen aus!
  • Bewahre ÄÖ kindersicher auf!
  • Stell sicher, dass deine ÄÖ-Fläschen kindersichere Verschlüsse haben!

Empfohlene und maximale Verdünnung

ätherische Öle Nebenwirkungen

Ätherische Öle mit einem hohen Menthol- oder Eukalyptol-Gehalt (1,8-Cineol) können bei Kleinkindern Atemprobleme verursachen und dürfen nicht nahe des Gesichts verwendet werden.

Hoher Menthol-Gehalt: Pfefferminze, Ackerminze

Hoher Eukalyptol-Gehalt: Eukalyptusarten, Rosmarin CT Cineol, Niaouli, Cajeput

Ätherisches Birkenöl (Betula lenta) und Wintergrünöl (Gaultheria procumbens) sollte wegen des hohen Salicylat-Gehaltes nicht bei Kindern angewendet werden, da die Möglichkeit besteht, das Reye-Syndrom auszulösen.

Kondome

Latexkondome können durch ätherische Öle und fette Öle durchlässig werden. Maiskeimöl zum Beispiel verursacht schon nach 15 Minuten einen Verlust von bis zu 77% der Stärke von Latexkondomen.

Lagerung

Ätherische Öle müssen lichtgeschützt und möglichst kühl gelagert werden. Die Behälter müssen einen kindersicheren Verschluss haben und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
Das Verfallsdatum sollte unbedingt beachtet werden. Verwende die Öle nach Verfallsdatum nicht mehr auf der Haut!
Bei falscher Lagerung oder Überlagerung können oxidative Folgeprodukte entstehen, welche die Haut reizen oder sensibilisieren (allergisieren) könnten.
Besonders kaltgepresste Zitrusöle, Nadelöle und Teebaumöl können bei Luftkontakt leicht oxidieren; sie sollten nach dem Öffnen des Fläschens nicht länger als 9 – 12 Monate verwendet werden.

Lichtempfindlichkeit

Siehe Phototoxische ätherische Öle

Massage

Für eine Massage sollen ätherische Öle immer in einem geeigneten Träger (z.B. fettes Öl) verdünnt werden. Für Massagen auf einer größeren Körperoberfläche (Ganzkörpermassage) sollte die Verdünnungskonzentration nicht mehr als 3% betragen. Bei Kindern sollten die Höchstkonzentrationen für das entsprechende Alter eingehalten werden (siehe „Kinder“).

Medikamentenpflaster

Ätherische Öle sollten nicht auf Haut aufgetragen werden, wo gleichzeitig medizinische Salben oder Medikamentenpflaster angewendet werden; die ätherischen Öle könnten die Bioverfügbarkeit der Medikamente stark erhöhen.

Migräne

Migräne ist die einzige Erkrankung, von der bekannt ist, dass sie mit einer erhöhten Empfindlichkeit des Geruchssinnes assoziiert ist. Weil Gerüche Migräne auslösen können, muss bei der Behandlung von Migräne-Betroffenen mit besonderer Vorsicht vorgegangen werden. Während einer Attacke sollten ätherische Öle am Besten überhaupt nicht angewendet werden.

Ohren

Unverdünnte ätherische Öle sollten niemals in die Ohren getropft werden; jedoch können bestimmte verdünnte Lösungen, auf einem Wattebäuschen aufgetragen, vorsichtig in die äußeren Gehörgänge eingebracht werden.

Östrogenartige Wirkung

Wegen ihrer möglichen östrogenartigen Wirkung sollten ätherische Öle mit einem hohen Gehalt an (E)-anethol bei Personen mit Endometriose und östrogenabhängigen Tumoren (Uteruskrebs, manche Brustkrebsarten) streng vermieden werden. Solche ätherischen Öle sind: Anissamen (Pimpinella anisum), Sternanis (Illicim verum), Fenchel süß (Foeniculum vulgare var. dulce) und Fenchel bitter (Foeniculum vulgare var. vulgare).

Phototoxische ätherische Öle

Manche ätherischen Öle können die Empfindlichkeit der Haut auf Sonneneinstrahlung bzw. UV-Licht (auch in Solarien) erhöhen.
Wenn folgende ätherischen Öle auf der Haut angewandt werden, sollte dies nur mit den unten genannten Maximalkonzentrationen geschehen, oder intensive UV-Licht-Bestrahlung muss für 12 – 18 Stunden vermieden werden!

Angelikawurzel 0,8%
Bergamotte 0,4%
Grapefruit (gepresst) 4,0%
Kreuzkümmel 0,4%
Lorbeerblatt absolue 2,0%
Zitrone 2,0%
Limette (gepresst) 0,7%
Mandarine (Blatt) 0,17%
Bitterorange (gepresst) 1,25%
Raute 0,15%
Tagetes 0,01%

 

Wie du ätherische Öle richtig und sicher verdünnst und die richtige Verdünnungskonzentration ermittelst (mit Verdünnungstabelle als PDF zum Downloaden), erfährst du hier:
„Ätherische Öle richtig verdünnen – So wendest du ätherische Öle sicher an“.

Radiotherapie

Siehe Chemotherapie

Salicylate-Empfindlichkeit

Personen mit einer Empfindlichkeit gegen Salicylate müssen bestimmte Lebensmittel vermeiden, und auch ätherische Öle mit einem hohen Methylsalicylat-Gehalt: Birke (Betula lenta) und Wintergrün (Gaultheria procumbens). Kinder mit ADD/ADHD haben oft eine Salicylat-Überempfindlichkeit.

Schwangerschaft und Stillen

Es ist wahrscheinlich, dass die meisten ätherischen Öle den Fötus über die Placenta nach der Anwendung durch Schwangere erreichen.

Folgende ätherischen Öle sollen während der Schwangerschaft und der Stillzeit NICHT verwendet werden (auf Grund des hohen Gehalts an (E)-Anethole, Thujon, Kampfer, Pulegon, Sabinyl acetate):

  • Anis (Pimpinella anisum)
  • Birkenöl (Betula lenta)
  • Sternanis (Illicum verum)
  • Karottensamen (Daucus carota)
  • Cassia (Cinnamomum aromaticum Nees)
  • Zimtrinde (Cinnamomum verum)
  • Fenchel süss und bitter (Foeniculum vulgare var. dulce und Foeniculum vulgare var. vulgare)
  • Ho Blätter CT Kampfer (Cinnamomum camphora Sieb.)
  • Ysop (Hyssopus officinalis)
  • Schopflavendel (Lavandula stoechas)
  • Beifuß (Artemisia vulgaris)
  • Myrrhe (Commiphora myrrha)
  • Oregano (Origanum vulgaris)
  • Petersilie, Blatt und Samen (Petroselinum crispum)
  • Poleiminze (Mentha pulegium)
  • Salbei (Salvia officinalis)
  • Wintergrün (Gaultheria procumbens)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Zypresse blau (Calitis intratropica)

Diese ätherischen Öle mit Vorsicht während Schwangerschaft und der Stillzeit verwenden (hohen Anteil an Citral):

– Zitronenbasilikum max. 1,4%

– Lemongrass max. 0,7%

– May Chang/Litsea max. 0,8%

– Zitronenmyrthe max. 0,7%

– Zitronenthymian max. 3,7%

– Zitronenverbene max. 0,9%

Die maximale Dosis wurde für eine Ganzkörperanwendung, einmal täglich (z.B. Körperöl, Körperlotion) berechnet.

Ich habe nur die gängigsten ätherischen Öle in die Liste aufgenommen und nicht die eher exotischen Öle.
Tisserand et al. empfehlen, dass Schwangere ätherische Öle oral (innerlich) nur mit größter Vorsicht einnehmen (siehe Orale Einnahme weiter oben)! Das gleich gilt für die rektale und vaginale Applikation, weil die Aufnahme auf diesen Wegen ähnlich der oralen Einnahme ist.

Quelle (1): Tisserand, EO Safety, 2nd Edition

Transplantate

Wegen möglicher unvorhersehbarer Effekte auf das Immunsystem empfehlen Tisserand et al. die Vermeidung ätherischer Öle bei Patienten, die eine Organ- oder Gewebstransplantation durchlaufen haben und immunsuppressive (das Immunsystem unterdrückende) Medikamente einnehmen.

Uteruskrebs

Siehe Östrogenartige Wirkung

Unverdünnte ÄÖ

Im Allgemeinen sollten ätherische Öle nicht unverdünnt angewendet werden, und pur weder in Massagen verwendet noch auf Augen, Schleimhäute oder geschädigte Haut aufgebracht werden. Damit sollen Irritationen, Entzündungen und/oder allergische Reaktionen vermieden werden.
Jedoch gibt es Umstände in denen die Benefits mögliche Risiken überwiegen.
Solche Umstände umfassen: Insektenstiche, Verbrennungen, Herpes Simplex (Fieberblasen), Herpes Zoster (Gürtelrose), Beingeschwüre, Mundgeschwüre, aufbrechende Krebsgeschwüre, Dekubitus (Druckgeschwür), Warzen, Tinea (Art von Pilzinfektion auf der Haut).
In einigen dieser Fälle ist die medizinische Überwachung der Anwendung angezeigt (Geschwüre).

Verdünnung ätherischer Öle

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzeninhaltsstoffe, die vorwiegend durch Destillation aus aromatischen Pflanzen gewonnen werden, und sollten im Allgemeinen vor Anwendung auf eine „physiologische Konzentration“ von 0,5 – 3% zurückverdünnt werden. Bei Kindern gelten geringere Konzentrationen als bei Erwachsenen (siehe „Kinder“)!

Wie du ätherische Öle richtig und sicher verdünnst und die richtige Verdünnungskonzentration ermittelst (mit Verdünnungstabelle als PDF zum Downloaden), erfährst du hier:
„Ätherische Öle richtig verdünnen – So wendest du ätherische Öle sicher an“

Verfallsdatum

Siehe Lagerung

 

QUELLEN:

  1. Robert Tisserand, Rodney Young; Essential Oil Safety: A Guide for Health Care Professionals, 2nd Edition (2013)
    EO Safety, Tisserand & Young
  2. „Gefährliche ätherische Öle“; URL: https://www.jean-puetz-produkte.de/news/gefaehrliche-aetherische-oele.php (abgerufen am 6. August 2016)
  3. „Allergien gegen ätherische Öle“; URL: http://www.allergien.com/ratgeber/allergieformen/allergien-gegen-aetherische-oele-572488/ (abgerufen am 6. August 2016)
  4. Ahrer, Margareta; „Ätherische Öle richtig verdünnen – So wendest du ätherische Öle sicher an“; URL: http://aroma1x1.com/aetherische-oele-verduennen/ (abgerufen am 10. August 2016)

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Dufte Grüsse, Margareta

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